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Unerträgliches

Wolfgang Bosbach rennt weg. Er sagt, es sei unerträglich in der Maischberger-Runde gewesen. Ist also Wahrheit unerträglich? Ditfurt hat zurecht, wenn auch wenig zurückhaltend darauf hingewiesen, dass Polizei massiv gegen Grundrechte verstoßen hat.

Das ist belegt. Unter https://g20-doku.org sind zahlreiche Verstöße dokumentiert. Selbst Polizisten, die dabei waren, kritisieren die Vorgänge dort deutlich: http://vionville.blogspot.de/2017/07/G20-Polizistensicht.html. Und wenn man feststellt, das gerade einmal 17 Polizisten so verletzt wurden, dass sie mehr als einen Tag dienstunfähig waren (vgl. https://www.buzzfeed.com/marcusengert/bei-g20-protesten-weniger-polizisten-verletzt-als-gemeldet?utm_term=.bsJm4QM3N#.avdBvx7p1), aber z.T. ähnliche Zahlen an Demonstranten bei jeweils einzelnen Gewaltausbrüchen der Polizei schwer verletzt wurden (vgl. http://mobil.mopo.de/hamburg/g20/-antifa-schweine–das-ist-euer-fruehstueck—verletzte-beschuldigen-berliner-polizisten-27962202), MUSS auch Herr Bosbach das aushalten. Jeder Demokrat MUSS darauf hinweisen, dass der  Spruch „Polizeigewalt gab es nicht“, nicht nur deswegen eine dreiste Lüge ist, weil dutzendweise Ermittlungen gegen Polizisten genau wegen dieser dokumentierten Polizeigewalt gibt. Ja, es gab unverzeihliche Gewalt gegen Menschen und Gegenstände durch Krawallierende. Aber es gab eben auch unverzeihliche und unerträgliche Gewalt und Rechtsbrüche von denen, die aufgrund ihres Gewaltmonopols dazu verpflichtet sind, die Gewalt ausschließlich verhältnismäßig einzusetzen, und die die Grundrechte schützen sollen. Und wer das nicht einsehen will, spuckt auf genau die freiheitlich-demokratische Grundordnung, die zu verteidigen er vorgibt. Auch das ist unerträglich.

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