Wenn Autos wie Computer wären
Die KFZ-Hotline von General Motors

Was wenn Autos wirklich wie Computer wären? Sie hätten eine Hotline, um ihnen beim Lösen auftauchender Probleme zu helfen. Nun stellen sie sich vor, daß die selben Leute, die bei Microsoft ans Telefon gehen auch die General Motors Hotline beantworten würden.



Hotline: General Motors Hotline, wie kann ich ihnen behilflich sein?
Kunde: Ich kann durch die Fahrertür prima in mein Auto einsteigen, aber die Beifahrertür läßt sich nicht öffnen.
Hotline: Wie haben sie versucht die Beifahrertür zu öffnen ?
Kunde: Ich habe den Griff nach oben gezogen, genau wie auf der anderen Seite auch.
Hotline: Dieser Fehler wird immer wieder gemacht. Sie müssen auf der Beifahrerseite den Griff nach unten drücken. Denken sie daran, daß die den Griff immer zur von ihnen aus gesehenen linken Seite des Wagens hinbewegen. Auf diese Weise ist es einheitlicher.



Hotline: General Motors Hotline, wie kann ich ihnen behilflich sein?
Kunde: Wie kann ich die Scheibenwischer einschalten?
Hotline: An der Radiokonsole ist ein kleiner Knopf . . .
Kunde: Radiokonsole??
Hotline: Ja, es ist doch wesentlich effizienter, alle Bedienelemente an einer zentralen Position zu haben. Suchen sie nach dem, auf den der Umriss eines Tortenstückes geprägt ist.
Kunde: Ah, das ist also der Schalter für den Scheibenwischer. Ich hab mich schon immer gefragt, was der wohl macht.
Hotline: Das wird immer wieder gefragt. Man sollte meinen, daß die Menschen mehr mit dem Prinzip des graphischen Designs vertraut sind.



Hotline: General Motors Hotline, wie kann ich ihnen behilflich sein?
Kunde: Mein Auto fährt zwar vorwärts, aber im Rückwärtsgang passiert gar nichts.
Hotline: Was für ein Modell fahren sie?
Kunde: Es ist ein brandneuer 1994er Mongoose.
Hotline: Ja, aber ist es ein 1994R mit einem großen R oder ein 1994r mit einem kleinen r?
Kunde: Das weiß ich nicht. Ich werde es herausfinden und sie dann zurückrufen.
Hotline: In Ordnung, aber lassen sie mich noch schnell sagen, daß sie vermutlich das Model mit dem kleinen r besitzen. Sie brauchen dann ein Upgrade auf das große R um den Rückwärtsgang benutzen zu können.

Wenige Minuten später...

Hotline: General Motors Hotline, wie kann ich ihnen behilflich sein?
Kunde: Ich hatte sie gerade wegen des Wagens angerufen, der nicht rückwärts fahren wollte.
Hotline: Nun ja, wir hatten eine Menge Anrufe deswegen.
Kunde: Es hat sich herausgestellt, daß ich ein Model mit kleinem r habe. Aber ich habe eins mit der Rückwärtsgangoption gekauft.
Hotline: Ja, damit ist die Option gemeint auf den Rückwärtsgang upzudaten.
Kunde: Warum haben die denn nicht gleich von Anfang an einen Rückwärtsgang?
Hotline: Nun, das ist ziemlich schwierig zu machen, selbst für unsere Weltklasse-Ingenieure, und nicht jeder braucht einen. Außerdem macht er den Wagen viel umständlicher in der Bedienung. Also bieten wir ihn als Option für unsere "Power-Fahrer" an.
Kunde: Und wieso haben alle Jupiter ihn standardmäßig seid 1974?
Hotline: Ähmm. Also, nun die sind keine Marktführer. Die sind nur für Leute, die wirklich gern mit Autos arbeiten. Wenn sie sich wirklich auf solch komplizierte Details einlassen wollen, nur zu . . .



Aber im Ernst, wir haben etwas wirklich Wichtige bis jetzt außen vor gelassen:


Hotline: General Motors Hotline, wie kann ich ihnen behilflich sein?
Kunde: Mein Wagen hat gerade Feuer gefangen.
Hotline: Aha, und was für ein Modell ist es?
Kunde: 1994r Mongoose.
Hotline: Kleines oder großes . . .
Kunde: . . . kleines r.
Hotline: Und ihre Registrierungsnummer?
Kunde: 426917-woof-271828-arf-314159-spam.
Hotline: Und wo haben sie ihr Auto gekauft?
Kunde: Fast Eddie's Sports-o-rama in Glendale.
Hotline: Und wie war der Name des Verkäufers?
Kunde: Daran kann ich mich nicht erinnern.
Hotline: Aha. Sind sie sicher, daß sie das Auto nicht gestohlen haben?
Kunde: Natürlich habe ich es nicht gestohlen!
Hotline: Und hätten sie Interesse daran, unseren erweiterten Servicevertrag zu erwerben?




Originaldokument gefunden auf den Seiten von Windows95 annoyances (www.annoyances.org)
Übersetzung von Frank Mörs



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